» F (Fabian – Fuchs)

Walter Fabian (1902-1992)

Der am 24. August 1902 in Berlin geborene Walter Fabian entwickelte frühzeitig ein linkes politisches Bewusstsein und zeichnete sich darüber hinaus durch unermüdliches Engagement für die Ideale des Pazifismus und für einen demokratischen Sozialismus aus. Seit 1921 studierte er unter anderem Philosophie, Pädagogik, Geschichte und Nationalökonomie in den Städten Berlin, Freiburg, Gießen und Leipzig. In Gießen promovierte er 1924 mit einer Arbeit über den damals noch lebenden Repräsentanten des Pazifismus, Friedrich Wilhelm Förster. Im selben Jahr schloss er sich der SPD an. Nach einer Lektorentätigkeit in Leipzig wurde er 1925 Redakteur bei der Chemnitzer Volksstimme. Nach Auseinandersetzungen mit der Parteispitze trat er 1931 der neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) bei.

Aufgrund seiner politischen und publizistischen Aktivitäten geriet er schnell in Konfrontation mit den Nationalsozialisten. Darüber hinaus bedeutete sein jüdisches Elternhaus eine zunehmende Gefahr der Verfolgung und Inhaftierung. Im August 1933 entging Walter Fabian als einziger der SAPD- Inlandsleitung der Verhaftung und führte bis zu seiner Flucht im Januar 1935 die Partei weiter. Bis 1937 war er Mitglied der SAPD- Auslandsleitung in Paris und publizierte unter dem Pseudonym „Kurt Sachs“. Von Marseille aus verhalf er zahlreichen politischen Verfolgten zur Flucht in die USA und Mexiko. Fabian selbst gelang es, in der Schweiz unterzutauchen, bis er Anfang der sechziger Jahre zusammen mit seiner vierten Frau, Anne-Marie Fabian, nach Köln übersiedelte. Hier hatte er auf Wunsch seines politischen Freundes Otto Brenner 1957 die Position des Chefredakteurs der Gewerkschaftlichen Monatshefte des DGB übernommen. Er starb im Februar 1992 in Köln.

von Stefan Seiffert