Orte


Die Bücherverbrennung auf dem Adolf-Hitler-Platz, dem heutigen Albaniplatz, am 10. Mai 1933 in Göttingen. Das Foto von A. Blankhorn wurde als Postkarte verkauft.

Allein am 10. Mai 1933 wurden deutschlandweit an mindestens 19 Hochschulorten Bücherverbrennungen durchgeführt. Sie waren der Abschluss der studentischen Aktion "Wider den undeutschen Geist", in deren Rahmen bis in den Juni 1933 in weiteren Universitätsstädten die Bücher auf den Scheiterhaufen brannten. In den Tagen um den 10. Mai führte die Hitler-Jugend in 8 Orten Bayerns einschließlich der damaligen Exklave Pfalz Bücherverbrennung durch, ebenso auf zahlreichen Schulhöfen Berlins und anderen Städten Deutschlands.

 Darüber hinaus fanden im weiteren Verlauf des Jahres 1933 bis in den Oktober hinein zahlreiche weitere Bücherverbrennungen statt, die nicht der studentischen „Aktion wider den undeutschen Geist“ zuzurechnen sind. Inzwischen sind auch Bücherverbrennungen dokumentiert, die schon vor dem 10. Mai 1933 stattfanden, etwa bereits im März 1933 während des politischen Terrors der Nationalsozialisten gegen sozialdemokratische Partei- und Verlagshäuser (zum Beispiel am 8. März 1933 in Dresden und am 9. März 1933 in Braunschweig). Nach den aktuellen Forschungen im Rahmen des MMZ-Projektes „Bibliothek verbrannter Bücher“ lassen sich nur für das Jahr 1933 deutschlandweit 93 Bücherverbrennungen belegen.

Literatur

Schoeps Julius H./ Treß, Werner: Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933, Olms Verlag Hildesheim/Zürich/New York, 2008.