Das Erbe im Blut

Autor: Lewisohn, Ludwig

„Im Jahre 1840 lebte in der Stadt Wilna ein Jude, der mit vollem Namen Reb Mendel ben Reb Jitzchok hieß, mit seinem Weib und seinen bei den Kindern.“
So beginnt Ludwig Lewisohns 1928 erschienener Roman Das Erbe im Blut, dessen Originaltitel The Island Within lautet und in dem Lewisohn eine Geschichte über Liebe, Entfremdung, Enttäuschung und die Suche nach sich selbst erzählt. Der Roman bietet zugleich einen Abriss jüdischer Geschichte von 1840 bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der Stadt Wilna, dem Inbegriff jüdischen Lebens in Osteuropa, begleitet Das Erbe im Blut vier Generationen von Mendels Familie, um bei dessen Urenkel Arthur Levy zu enden, dessen Schicksal den Hauptteil des Romans einnimmt. Arthurs Vater Jacob kommt als einer von vielen jüdischen Auswanderern nach New York und baut in den ersten Jahren ein Möbelgeschäft auf, das ihn nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einem reichen Mann macht. Doch trotz des Wohlstandes ist er nicht glücklich und fühlt sich hin und her gerissen zwischen Tradition und Assimilation, dem großen Dilemma osteuropäischer Juden nicht nur im ‚Gelobten Land’, sondern überall in der Diaspora. Dieser Zwiespalt überträgt sich auf seinen Sohn Arthur, der fast an der Suche nach seinem wahren Ich zerbricht. Arthurs Ehe mit einer Christin geht in die Brüche und am Ende des Romans kehrt er zu seinen Wurzeln zurück und macht sich auf den Weg nach Osteuropa.


von Marlen Böhme