Ilja / Petrow, Eugen Ilf

16.10.1897 (Odessa) - 13.04.1937 (Moskau)

Ilja Ilf war ein russisch-sowjetischer, satirischer Schriftsteller. Der Sohn eines Bankangestellten war nach dem Besuch eines Technikums in verschiedenen Berufen tätig, und wurde dann Mitarbeiter und Redakteur einer humoristischen Zeitung in Odessa. Im Jahre 1923 siedelte er nach Moskau über, wo er wiederum bei humoristischen Zeitschriften und Zeitungen mitwirkte und den satirischen russisch-sowjetischen Schriftsteller Evgenij Petrov (geboren am 13.12.1903 in Odessa, gefallen 02.07.1942 bei Sewastopol) kennenlernte. Petrov, der Sohn eines Lehrers und Bruder von Valentin Petrowitsch Katajew, wurde nach dem Abschluss des Gymnasiums Korrespondent der ukrainischen Telegraphenagentur. Er war drei Jahre lang Kriminalinspektor in Odessa und ging 1923 nach Moskau, wo er ständiger Mitarbeiter der satirischen Zeitschrift „Krasnyj perec“ wurde.
Nachdem Ilf und Petrov bereits mit zahlreichen Arbeiten humoristischer Kurzprosa hervorgetreten waren, begannen sie ab 1926 eine eigenartige literarische Gemeinschaftsarbeit, bei der der gesamte Text von beiden gleichzeitig geschaffen wurde. Erst später gingen sie auch dazu über, jeweils gesondert einzelne Kapitel zu schreiben. Weltberühmt wurden sie mit dem satirischen Roman „Zwölf Stühle“ (1928), dem 1931 die Fortsetzung „Die Jagd nach der Million“ folgte. Beide Werke haben den gemeinsamen Helden Ostap Bender und bilden zusammen eine Art satirischer Epopöe. Im ersten Roman wird die Jagd einer Gruppe von Gaunern nach privatem Reichtum der Lächerlichkeit preisgegeben. Dabei machen Ilf und Petrov weitgehend den geistig überlegenden Gauner-Helden zum Richter über seine Kumpane, deren Fiasko jedoch unweigerlich ihn selbst mit trifft. Der zweite Roman stellt eine Galerie „moralischer Krüppel“ verschiedenster Art vor, deren Überlebtheit in der sowjetischen Gesellschaft humorvoll-drastisch enthüllt wird.
Im Jahr 1936 gaben Ilf und Petrov nach einer Amerikareise in dem Skizzenband „Das Amerika der einstöckigen Häuser“ eine kritische Schilderung des Lebens des Durchschnittsamerikaners.
Nach Ilfs Tod veröffentlichte Petrov seine Erinnerungen an Ilf und schrieb die satirische Komödie Insel des Friedens“ (1939), sowie einige Filmszenarien. Während des Krieges war er Frontkorrespondent. Seine zahlreichen Artikel, Skizzen und Erzählungen aus dieser Zeit erschienen gesammelt in dem Band Fronttagebuch“ (1942).

 Auswahlbibliografie (Ilf und Petrov)


Anton Ivanovic serditsja (Anton Ivanovic ärgert sich), 1940 - Filmszenario (Petrov)
Bespokojnyj celovek (Ein unruhiger Mensch), 1940 - Filmszenario (Petrov)
Dvenadcat’ stul’ev (Zwölf Stühle), 1928 - Roman
Frontowj dnevnik (Fronttagebuch), 1942 - Sammelband (Petrov)
Muzykalnaja istorija (Eine musikalische Geschichte), 1940 - Filmszenario (Petrov)
Odnoetaznaja Amerika (Das Amerika der einstöckigen Häuser), 1936 - Skizzenband
Ostrov mira (Insel des Friedens), 1939 - Komödie (Petrov)
Zolotoj telenok (Die Jagd nach bei Million), 1931 - Roman

Nach: Steiner, Gerhard (Hrg.): Lexikon fremdsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Leipzig 1981 (Bibliograph. Inst.).