Vera Inber

10.06.1890 (Odessa) - 11.11.1972 (Moskau)

Vera Inber war eine russisch-sowjetische Lyrikerin. Die Tochter eines Lehrers lebte von 1910 bis 14 in Paris, später in Odessa und Moskau. Von 1941 bis 44 war sie als Berichterstatterin im belagerten Leningrad tätig.
In Inbers frühen Gedichten sucht sie in Anlehnung an französische Traditionen nach einer eigenen Formsprache, so in dem Gedichtband „Trauriger Wein“ (1914). Anfang der 20er Jahre setzten sich in ihrer Dichtung realistische Gestaltungsformen durch. Hauptthemen wurden Aufbauerfolge in der Sowjetunion, z.B. in der Verskomödie „Bund der Mütter“ (1938). „Reisetagebuch“ (1939) ist ein lyrisches Poem über eine Fahrt nach Sowjetgeorgien. In dem autobiographischen Prosawerk „Der Platz an der Sonne“ (1928) setzte sich Inber mit den Entwicklungswegen der alten Intelligenz auseinander. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus den Jahren der Leningrader Blockade fanden in dem Poem „Der Meridian von Pulkowo“ (1943), einem ihrer bekanntesten Werke, und in dem Tagebuch „Fast drei Jahre“ (1946) ihren Niederschlag.
Inber wurde auch mit Gedichten und Erzählungen für Kinder bekannt. Ihre Auseinandersetzung mit Problemen der Dichtkunst vermittelt der geistvolle Essayband  „Inspiration und Meisterschaft“ (1958).

Auswahlbibliografie


Mesto pod solnzem (Der Platz an der Sonne), 1928 - Roman
Petschalnoje wino (Trauriger Wein), 1914 - Gedichtband
Potschti to goda (Fast drei Jahre), 1945 - Tagebuch
Pulkowski meridian (Der Meridian von Pulkowo), 1943 - Poem
Putewoi dnewnik (Reisetagebuch), 1938 - Poem
Sojus materej (Bund der Mütter), 1938 - Verskomödie
Wdochnowenije i masterstwo (Inspiration und Meisterschaft), 1958 - Essayband

Nach: Steiner, Gerhard (Hrg.): Lexikon fremdsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Leipzig 1981 (Bibliograph. Inst.).