Rosa Luxemburg
05.03.1871 (Zamocz) - 15.01.1919 (Berlin, ermordet)
Rosa Luxemburg wird im von Russland annektierten Teil Polens geboren. Als Kind einer emanzipierten jüdischen Familie bekommt sie eine umfangreiche Bildung und sprach deutsch, russisch und polnisch. Mit 16 schließt sie sich der revolutionären sozialistischen Partei „Proletariat“ an. Aufgrund politischer Verfolgung seitens der russischen Regierung flieht Rosa Luxemburg 1889 nach Zürich, wo sie später ein Studium der Ökonomie und Politikwissenschaften aufnimmt. Sie engagiert sich zunehmend in sozialistischen Zeitungen und gründet gemeinsam mit J. Marchlewski und A. J. Warski die sozialistische Partei Polens. 1898 dissertiert sie über Die industrielle Entwicklung Polens und setzt ihre politische Arbeit in Berlin fort. Im selben Jahr wird sie Mitglied der SPD und befasst sich in mehreren Artikeln mit den Theorien von E. Bernstein.
Nach weiteren theoretischen Abhandlungen, u.a. über die russische Revolution 1905, veröffentlicht sie 1914 ihre antimilitaristischen Reden und wird dafür zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Sie ist fortan eine führende Kraft der deutschen Sozialisten und scheut sich nicht ihre Vorstellung von Demokratie kund zu tun. Ihr Demokratie- und Sozialismusverständnis gründet sich auf ihr umfangreiches Wissen um die Theorien von Marx, Engels und Lasalles und macht sie zu einem führenden Kopf der sozialistischen Bewegung Europas.
Während heftiger Straßenkämpfe in Berlin 1919 wird Rosa Luxemburg, wie auch Karl Liebknecht, von Konterrevolutionären gefangengenommen und erschossen.
Ihr literarisches Werk ist durch ihre Arbeit in der SPD und später bei den Spartakisten stark theoretisch geprägt. Neben diesen Abhandlungen verfasste sie aber auch zahlreiche Artikel und Reden, die ihr rhetorisches Vermögen und ihre präzise Sprache erkennen lassen. Ihr Wissen über die Weltliteratur, deren Werke sie meist in der Originalsprache las, und über die zeitgenössische Literatur war umfangreich und ermöglichte ihr eine kritische Sichtweise auf die Entwicklung der sozialen Widersprüche und auf die sozialistische Bewegung.
Gerade ihre kritischen Beobachtungen bezüglich der politischen Bewegungen Europas ließen immer wieder erkennen, dass Rosa Luxemburg die Demokratie als ideale Staatsform sah. Sie sprach sich gegen alles Unterdrückende und Militante aus. Eben diese Denkweise veranlasst die Nationalsozialisten ihr weitsichtiges Werk 1933 im Zuge der Bücherverbrennung zu verbieten.