Bertolt Brecht
10.2.1898 (Augsburg) - 14.08.1956 (Berlin)
Die Schaffensperiode Bertolt Brechts erstreckt sich über zwei Weltkriege, welche sein Werk entschieden geprägt haben. Er wandte sich in seinem Frühwerk den sozialen Gegebenheiten der Gesellschaft zu und entwickelte eine damals noch unpolitische antibürgerliche Haltung. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wandte er sich der revolutionären Arbeiterbewegung zu und widmete sich fortan den Schriften von Karl Marx und Lenin. Die Einsichten in den dialektischen Materialismus formten maßgeblich seine eigene ästhetische Haltung, die z.B. in einer nichtaristotelischen Dramentechnik gründete. In den 30er Jahren forciert Brecht seine Ansichten über den aufkommenden Faschismus in mehreren Schriften (Lied vom SA-Mann, Hitler-Choräle) und sieht im Kapitalismus die Quelle für die faschistischen Tendenzen.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 flieht Brecht mit seiner Frau Helene Weigel zuerst nach Dänemark, später über Finnland und Russland in die USA. Seine Arbeit an einer nichtaristotelischen Dramatik setzt er im Exil fort. Seine Bücher werden in Deutschland verboten und bei den Bücherverbrennungen symbolisch durch Feuer zerstört. Brecht thematisiert in seinem Werk den Aufstieg und die Bedeutung der Arbeiterklasse und spricht sich ausdrücklich gegen die Ideologie des Faschismus aus, indem er die Unmenschlichkeit des Regimes aufdeckt – und damit zum politischen Feind für die Nationalsozialisten avanciert. Nach der Flucht ins Exil behält Brecht seine kritische Sprache bei.
Nach 1945 engagiert sich Brecht als Regisseur; er bringt i, Berliner Ensemble endlich seine eigenen Stücke heraus und erlangt mit seinen modernen Aufführungen Weltansehen. Brecht träumt von einem Theater, das die Zuschauerkunst wie die Schauspielkunst gleichermaßen befördert. Als DDR-Bürger beteiligte er sich am politischen und kulturellen Leben der DDR und war Zeit seines Lebens nach 1945 in der Weltfriedensbewegung engagiert.
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