Harry Domela
1904 (Bauske (heute in Lettland)) - unbekannt (unbekannt)
Harry Domela „Der falsche Prinz. Leben und Abenteuer von Harry Domela.“ (1927)
I.Buchvorstellung:
→ maßgebliche Beteiligung von Wieland Herzfelde an der Buchentstehung (da nicht nur Lektorat: Abänderung oder Kürzung der als Schwachstellen angesehenen Stellen und stilistische Korrekturen)
→ Zeit und Ort der Textentstehung: Januar bis Juni 1927 in Köln
→ innerhalb von vier Monaten des Jahres 1927 fünf Auflagen zu insgesamt 122000 Exemplaren und damit das zweitgrößte Bucherfolg in der Verlagsgeschichte (lediglich bei Roman „Petroleum“ von Upton Sinclair mit seinen 125000 Exemplaren eine Überbietung um 3000 Exemplare)
→ Geltung des Romans als Entlarvung des monarchistischen Rummels in der Weimarer Republik
→ 1927 erster Einband von John Heartfield mit Porträtfotografien von Harry Domela (der falsche Prinz) und Prinz Wilhelm von Preußen (der echte Prinz aus der Familie der Hohenzollern)
→ dann gerichtliches Verbot für Abdruck der Porträtfotografie des echten Prinzen nach einer Klage der Hohenzollern (nach dem Verbot nur noch mit Fotografie von Harry Domela)
→ bei allen fünf Auflagen gleichgebliebene Preise bei kartoniertem Einband von 2,80 Reichsmark und bei Leineneinband von 4,40 Reichsmark und vollständige Seitenkonkordanz
Auflagen und Anzahl der Exemplare (alle in vier Monaten des Jahres 1927)
erster Einband von John Heartfield
mit Porträtfotografien von Harry Domela und Prinz Wilhelm von Preußen:
1.Auflage mit 10.000 Exemplaren
2.Auflage mit 13.000 Exemplaren
3.Auflage mit 27.000 Exemplareninsgesamt 50.000 Exemplare
zweiter Einband von John Heartfield
mit Porträtfotografie von Harry Domela
und Auskunft über Verbot einer Veröffentlichung
der Porträtfotografie des Prinzen von Preußen:
4.Auflage und 5.Auflage
mit insgesamt 72.000 Exemplaren
II.Kurzbiografie des Autors Harry Domela:
- 1904 Geburt des Autors in Bauske (damals Russisches Reich und heute Lettland)
- sehr ausführliche Beschreibung seiner Lebenszeit zwischen 1914 und 1927 im seinem autobiografischen Buch „Der falsche Prinz“ von 1927
- während des Spanischen Bürgerkrieges 1936-1939 Kämpfer in der Internationalen Brigaden gegen die Falanga-Faschichten
- während des Zweiten Weltkrieges Aufenthalt in Bermuda (höchstwahrscheinlich kriegsbedingte Internierung für Zeit des Krieges)
- nach 1945 Verlust seiner Spur in Südamerika (dadurch Todesdaten bis heute unbekannt)
III.Inhalt des Romans:
→ Handlungszeit von 1914 (10 Jahre alt) bis Dezember 1926 (22 Jahre alt)
→ Handlungsort: von 1914 bis 1920 Kurland in heutigem Lettland und von 1920 bis 1926 verschiedene Städte in Deutschem Reich:
1920: Jüterbog / Gut H. in Westprignitz / Neuruppin / Soest / Dortmund / Essen / Berlin
1921: Berlin / anonyme Ortschaften in Südbrandenburg / B. am Harz / Erfurt
1922: Erfurt / Bothmer an der Leine (in Niedersachsen) / Berlin
1923: Berlin / Hamburg / Leipzig
1924: München / Berlin / Frankfurt am Main / Darmstadt / Hanau / Frankfurt am Main
1925: Frankfurt am Main / Berlin / Potsdam
1926: Potsdam / ein Bauernhof zwischen Potsdam und Brandenburg / Hamburg / Frankfurt am Main / Heidelberg / Erfurt / Berlin / Erfurt / Gotha / Weimar / Eisenach / Magdeburg / Berlin / Gotha / Friedrichroda (in Thüringen) / Tüngeda (in Thüringen) / Gotha / Erfurt / Weimar / Köln / Koblenz / Euskirchen / geplant Metz (in Frankreich) und tatsächlich Köln
→ Aufbau: bei allen fünf Auflagen 307 Textseiten aus Vorrede des Verlages (S.5-8) und acht Kapiteln (Jugendjahre S.9-17 / Arbeit S.18-39 / Die Straße S.40-84 / Irrfahrten S.85-107 / Potsdam S.108-131 / Burschenherrlichkeit S.132-187 / „Liebe des freien Mannes“ S.188-300 / Zur Fremdenlegion S.301-307) neben 5 Seiten Verlagsanzeigen ( Werbung für Maxim Gorki „Gesammelte Werke in Einzelausgaben“, John Dos Passos „Drei Soldaten“, Alexandra Kollontay „Wege der Liebe“ und George Grosz „Das Gesicht der herrschenden Klasse“)
→ Rahmenhandlung: Werdegang des Ich-Erzählers zu seinem Gastspiel als Prinz Wilhelm von Preußen in der zweiten Hälfte des Jahres 1926, seine Abenteuer in jener Rolle und erste Folgen
IV.Romanhandlung (d.h. Leben und Abenteuer von Harry Domela):
- Harry Domela selbst ein nach deutscher Sitte von der Mutter erzogener Deutschbalte (aber sehr gute Kenntnis russischer und lettischer Kultur, Sprache, Mentalität und Sitten)
- 1914 (10 Jahre alt) bis 1920 (16 Jahre alt) zuerst Opfer des Ersten Weltkrieges (Trennung von Zuhause durch Frontlinie für zweieinhalb Jahre) und dann Kindersoldat in Baltischer Landswehr und Freikorps von Brandis auf der Seite der Deutschbalten in dem auf den Weltkrieg 1914-1918 folgenden Bürgerkrieg in Lettland 1918-1920 (dann 1920 Ausweisung aus Lettland nach Beschluss der Entente)
- seit 1920 in Deutschland als staatenloser Reichsfremder ohne Personalausweis und Reisepass trotz deutscher Abstammung und Erziehung (daran im Frühjahr 1926 ein Scheitern seines Auswanderungswunsches in Hamburg)
- von 1920 (16 Jahre alt) bis 1922 (18 Jahre alt) kurz befristete Arbeiten als Saisonarbeiter und Gelegenheitsarbeiter u.a. auf Gutshöfen der Adligen, in Ziegeleien, Zuckerfabrik oder auf Baustellen
- 1920 Reichswehrsoldat bei Niederschlagung der nach dem Kapp-Putsch in Berlin 1920 folgenden Arbeiteraufstand in Ruhrgebiet (danach Entlassung weil danach plötzlich zu jung für Heerdienst)
- von November 1921 bis Frühsommer 1922 Fabrikarbeiter in Maschinenfabrik „Erfordia“ in Erfurt (dann Entlassung nach Erlass der Reichsregierung gegen alle Reichsfremden)
- von 1923 (19 Jahre alt) bis 1926 (22 Jahre alt) ständig arbeitslos, mittellos und oft obdachlos mit wechselnden Aufenthalten in mehreren deutschen Großstädten (da dort oft Arbeitsgelegenheiten)
- notbedingt und zuerst mit Selbstüberwindung Vorstellung mit tatsächlich existierenden adligen Nachnamen (vor allem Baron von Korff und Prinz Lieven) für Sicherung eigener Existenz mindestens für kurze Zeit (da ständige Entdeckung seiner erschwindelten Identität samt juristischen Folgen)
- wegen seines Verhaltens und seines Aussehens Verwechslung seiner Person mit dem ältesten Sohn des ehemaligen Kronprinzen von Preußen und damit mit dem Enkel des Kaisers Wilhelm II Prinz Wilhelm von Preußen zuerst in Heidelberg (dort Gast mehrere Wochen lang in dem nur für Adel und reiche Bürgerliche reservierten Studentenkorps der Saxo-Borussen) und dann in Thüringen und Berlin
- ein Ausnutzen jener glücklicherweise von außen zugeschriebenen Identität für Sicherung eigener Identität (u.a. mehrere Widmungen, Dokumente und Fotografien mit dem Namen des echten Prinzen)
- Aufklärung des Prinzengastspiels (Eigenbezeichnung von Harry Domela) durch Veröffentlichung einer Fotografie seiner Person nach dem Treffen mit Bürgermeister einer Ortschaft nahe Eisenach
- aus Angst vor endgültiger Entdeckung Plan einer Flucht in Ausland
- nach Ankunft in Koblenz im Dezember 1926 Idee eines Eintritts in Französische Fremdenlegion und damit einer endgültigen Auswanderung aus Deutschland (aber ein Scheitern an deutschen Beamten)
- mehrere Stationen seiner inneren Entwicklung zum täuschend echten Spiel eines Edelmannes:
(1) von Frühling bis Winter 1919 in Lettland: Meldegänger im Freikorps von Brandis→ erste Übung in Kunst der eine täuschende Illusion der Wirklichkeit erzeugenden Lügen: „Sie lügen, sie lügen, daß sich die Balken der Bauernhäuser biegen. Hier habe ich das Lügen und Aufschneiden gelernt, das Lügen und Aufschneiden, das niemandem schadet und dem nur der zum Opfer fällt, der dümmer ist als ich.“ (Seite 15)
(2) von November 1922 bis Frühjahr 1923 in Berlin: Bekanntschaft mit Wolf (ein 21 Jahre alter aus dem Elternhaus aus einem Gefühl ständigen Unwohlseins heraus geflüchteter früherer Kadett mit sehr guter Ausbildung und aus einem großbürgerlichem Haus)→ von ihn Erlernen der Manieren, des Denkhorizontes, des umfassenden Bildungshintergrundes und der Mentalität der Adligen aber auch der Verachtung und der Geringschätzung für diese Welt (da Wolf selbst ein neuerungssüchtiger und unsteter Rebell gegen die althergebrachte Ordnung und Verehrer der Russischen Oktoberrevolution)
(3) 1924 in Berlin: Bekanntschaft mit Otto Baron Lüderitz (ein selbsternannter Baron mit bürgerlicher Herkunft und ein pseudowissenschaftliche Horoskope aufstellender und Bücher mit Prophezeiungen verkaufender Astrologe)→ Anrede Domelas mit Graf durch den Baron Lüderitz (da aristokratische Gesichtszüge und somit seine Erscheinung insgesamt): „Die Welt will betrogen sein! [...] Gebrauchen Sie [an Domela] Ihren Verstand, Mensch! Verwerten Sie Ihren Geist! Und die ganze Welt liegt ihnen zu Füßen!“ (Seite 95)
(4) ebenso 1924 in Darmstadt und später in Frankfurt am Main: nach Vorstellung mit adligen Namen (in Darmstadt als Graf Pahlen und in Frankfurt am Main mit falschem Barontitel) zwar keine Arbeitsstelle aber als Ersatz Almosen und Sachspenden
(5) um Jahreswechsel 1925/1926 in Potsdam: Arbeit als umherziehender Zigarettenverkäufer und nach ausbleibendem Verkaufserfolg Vorstellung als Graf von der Recke (da bei einem echten Adligen Baron Korff Erfolg als Likörverkäufe)→ Verkaufserfolge und Eintritt in adlige Salons in Potsdam in Berlin (dort genaue Beobachtung, erfolgreiche Nachahmung des Verhaltens, der Gewohnheiten und des zwischenmenschlichen Umgangs miteinander aber auch kritische Distanzierung vom Adel)
(6) ebenso um Jahreswechsel 1925/1926 in Potsdam: Treff mit österreichischem Baron L. (Hofmaler im Kaiserreich)→ ein Erlernen der Schwächen und Überheblichkeiten des Adels im Gespräch mit ihm sowie danach Übergang von anfänglicher Unsicherheit zum Gefühl einer inneren Überlegenheit gegenüber dem Adel und seinem Lebensstil
(7) 1926 in Hamburg: Misserfolge nach Vorstellung als Prinz Lieven
(8) 1926 in Heidelberg: Vorstellung beim Studentenkorps der Saxo-Borussen als Prinz Lieven und Leutnant im 4.Reichswehr-Reiterregiment aus Potsdam→ gelungene Aufnahme in Korps aus Söhnen von Ministern, Hofmarschalls, Staatssekretären und hohen Staatsbeamten trotz ihrer klaren Abneigung wegen seiner Lebensansichten und seiner ständigen Kritik an ihren wilden Streichen: „roter Prinz“, „verdrehte Ansichten“, „unmöglich für Leutnant“, „tadelloses Benehmen“, „merkwürdige Ansichten“, „rot bis in die Knochen“ und „Macht in Volksbeglückung“ (Seiten 171-172)
(9) 1926 in Thüringen und Berlin: Vorstellung im Hotel „Erfurter Hof“ in Erfurt als Baron Korff→ erste Nachricht von Wahrnehmung seiner Person trotz den anderslautenden Personalien als Prinz Wilhelm von Preußen (da Annahme von einem inkognito umherreisenden Prinzen) und dann Erkenntnis der Verlogenheit vornehmer Kreise für Befriedigung ihrer eigenen Geltungsansprüche „Um seiner eigenen Eitelkeit willen machte man ein großes Gepränge mit mir.“ (Seite 223)
V.Gesellschaftsstudien, politische Einsichten ontologische Reflexionen des Autors:
(1) „Alle Erkenntnis erwächst aus Vergleichen.“ (Seite 78)
(2) Geschichte des Menschen ≈ einzige lange Leidensgeschichte sowie Schicksal ≈ eine Gemeinschaft stiftende Macht (Seite 87)
(3) „Aus ihrer ganzen Lebensführung spricht das stete Bewusstsein, daß Adel sie zu Maß und Form verpflichtet. [...] Naturgemäß wächst die Heldenverehrung des jungen Mannes ins Riesenhafte, und im gleichen Maße fällt seine Achtung vor der Welt der andern, der breiten, der gefügigen, der immer gegängelten Masse. Es wird ihm schon im Elternhaus von früh auf eingeschärft, daß er zum Führer berufen sei. [...] Dieses ungeheure Selbstbewusstsein gibt ihnen allen eine Sicherheit des Auftretens und der Beurteilung der Dinge, daß sie von gar keinem Widerspruch wissen wollen. Sie treten an fragen, die sie interessieren, mit fertigen Urteilen heran, und es berührt seltsam, wie übereinstimmend die Urteile bei ihnen allen sind.“ (Seite 111 und 112)
(4) „Diese Leute [Adlige] hatten wirklich keinen Anlaß, sich zu beklagen, am allerwenigsten über Ebert, der ihnen von ihren gesellschaftlichen Vorrechten und Stellungen nicht nur nichts genommen, sondern sie durch die Niederhaltung der revolutionären Bewegung gerettet hatte. [...] Er [der Adel] sitzt nach wie vor geruhsam auf seinen Gütern, in Amt und Würden.“ (Seiten 252 und 253)
(5) „Und diese Leute [Adlige] hatten die Anmaßung, ein Sechzig-Millionen-Volk zu beherrschen?! Statt heilfroh zu sein, daß das so schwer geschlagene Volk sie noch immer nicht zur Rechenschaft zog für jahrhundertelange Bedrückung und geistige Abwürgung!“ (Seite 275)
VI.In der deutschen Öffentlichkeit wirksame Aussagen des Kaisers aus der Weltkriegszeit und der Exilzeit (dadurch Bezugspunkt für die rechten politischen Kräfte der Weimarer Republik):
(1) „Nicht aus den Idealen der Französischen Revolution Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, sondern aus den Idealen Friedrich des Großen Pflichttreue, Ordnung und Gerechtigkeit ist Preußen und Deutschland die Kraft erwachsen, in diesem Kriege einer ganzen Welt von Feinden siegreich die Stirn zu bitten. Wie unser Volk ist, so bleibe es treu, stark, gottfürchtig, friedliebend und kriegstüchtig. So wird es, wenn nicht geliebt, so doch respektvoll geachtet unter den Völkern der Erde seinen Platz an der Sonne behaupten.“
(2) „Es muss denn das Schwert nun entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum Auf! Zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande! Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Ross! Und wir werden diesen Kampf bestehen, auch gegen eine Welt von Feinden!“
(3) „Mit mir durch dick und dünn, durch Not und Tod.“
(4) „Gott ist mit uns.“
(5) „Wir Deutschen fürchten Gott! Sonst nichts in der Welt!“
(6) „Ich kenne keine Parteien mehr! Ich kenne nur noch Deutsche!“
(7) „[Der I.Weltkrieg ist] Kampf der Weltanschauungen: Kreuzzug des germanisch-deutschen-christlich-ritterlichen Geistes gegen angelsächsische Geldmacht und Landgier. [Er ist] Kampf des Lichts gegen das Dunkle, des Guten gegen das Böse, des harmlosen, tüchtigen und gutmütigen Deutschen gegen den Neid und den Vernichtungswillen der Feinde. [Es ist ein] Krieg Gottes gegen Satan, der uns Gottes Frieden, den deutschen Frieden, den christlichen Frieden bringen wird.“
(8) „Die hebräische Rasse ist mein Erzfeind im Inland wie auch im Ausland. Sie sind, was sie sind und immer waren: Lügenschmiede und Drahtzieher von Unruhen, Revolution und Umsturz, indem sie mithilfe ihres vergifteten ätzenden satirischen Geistes Niederträchtigkeit verbreiten. Wenn die Welt einmal erwacht, muss ihnen die verdiente Strafe zugemessen werden.“
(9) „Ich glaube fest an die Zukunft meines Landes. Eine Nation, die viereinhalb Jahre gegen die ganze Welt gekämpft hat, und wenn Amerika nicht in den Krieg eingetreten wäre, die Allierten geschlagen hätte, wird immer die Spitze erobern.“
VII.Postulierte Motive für Verbot des Romans nach 10.Mai 1933 in Deutschem Reich:
- Verbreitung der Politik, des Weltbildes und des Lebensgefühls des linken politischen Spektrums und der linken Kulturszene der Weimarer Republik
- radikale Kapitalismuskritik und unverschämte Darstellung aller Erniedrigungen und Schikanen von Seiten der besitzenden Klasse und des in ihrem Dienst stehenden korrupten Staates
- Mobilisierung der Volksmassen und Aufruf zum offenen Widerstand
- Verneinung des im rechtem politischem Lager der Weimarer Republik verbreiteten Geschichts- und Gesellschaftsbildes (v.a. Verurteilung der Novemberrevolution von 1918 und des Führungsanspruchs und der dafür benötigten Kompetenz der aus dem Kaiserreich übernommenen neuen alten Eliten)
- Bloßstellung und Karikatur des Kaisers, der Monarchie und des Adels (aber Rekrutierung hoher Amtsträger der NSDAP und vieler ihrer Geldgeber, Wähler und Sympathisanten gerade aus dem Adel und den monarchistischen, konservativen und traditionalistischen Kreisen)
aber: einige wenige Textpassagen sogar in Einklang mit nationalsozialistischer Kulturpolitik
(v.a. Kameradschaft der Waffenbrüder, Verherrlichung des Soldatenlebens und der Kriegsteilnahme sowie Berichte über den in Gesellschaft der Weimarer Republik leider alltäglichen Antisemitismus)
VIII.Verwendete Quellen:
(1) Deutsches Historisches Museum (20041): Kaiser, Führer, Republik. Politische Postkarten vom Kaiserreich bis zur Besatzungszeit. Berlin: Directmedia Publishing GmbH. (Digitale Bibliothek 92)
(2) Domela, Harry (19273): Der falsche Prinz. Leben und Abenteuer von Harry Domela. Berlin: Malik-Verlag A.G.
(3) Hermann, Frank (19891): Der Malik-Verlag 1916-1947. Eine Bibliographie. Kiel: Neuer Malik-Verlag. S.30-31 und 265
(4) Herzfelde, Wieland (19671): Der Malik-Verlag 1916-1947. Ausstellung Dezember 1966 – Januar 1967. Berlin: Deutsche Akademie der Künste zu Berlin. S.99
(5) Kloft, Michael u.a. (2009): Der Kaiser und der Weltkrieg. Wilhelm II. und das Ende eines Imperiums. Hamburg: SPIEGEL-TV GmbH. DVD-ROM
(6) Stucki-Volz, Germaine (19931): Der Malik-Verlag und der Buchmarkt der Weimarer Republik. Bern / Berlin / Frankfurt am Main / New York / Paris / Wien: Peter Lang AG. Europäischer Verlag der Wissenschaften. S.61, 63, 78, 89-90, 127, 129, 242 und 245 (Zürcher Germanistische Studien Band 37)
von Artur Gurowietz, Potsdam