Publikationen zu den Bücherverbrennungen 1933

"Verfemt und Verboten. Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933"
„Verfemt und Verboten. Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933“

Während 1983 zum 50. Jahrestag der Bücherverbrennungen in BRD und DDR jeweils mehrere Bücher zu den Bücherverbrennungen 1933 veröffentlicht wurden, erschien zum 70. Jahrestag 2003 gerade einmal eines. Zum 80. Jahrestag 2013 waren es ›nur‹ noch regionalgeschichtliche Untersuchungen: eine über die Bücherverbrennung in Regensburg sowie ein Ausstellungskatalog der Stadtbibliothek Nürnberg.
Das Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum gab 2008 eine zehnbändige Bibliothek verbrannter Bücher heraus, eine Neuauflage von insgesamt zehn Büchern, die von den Nazis verbrannt oder verboten worden waren, sowie im Anschluss daran zwei größere Forschungsbände. Zum einen den Band Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933 (2008), der erstmals das flächendeckende Ausmaß der Bücherverbrennungen von März bis Oktober 1933 in 63 Einzelbeiträgen dokumentierte. Zum anderen Verfemt und Verboten. Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933 (2010), dessen 20 Beiträge von 21 Autorinnen und Autoren aus den Geschichts-, Literatur-, Sozial-, Politik-, Natur- und Sportwissenschaften sich nicht nur den 1933 verbrannten, sondern auch den vor und nach 1933 verbotenen Bücher widmete. Die Beiträge wurden von den Herausgebern, Julius H. Schoeps und Werner Treß, in drei Bereiche geteilt. Der erste befasst sich mit einer historischen Kontextualisierung, sowohl im Rekurs auf einzelne Akteure und Institutionen und ihrer Aktivitäten im Kontext der Bücherverbrennungen als auch mit den von Indizierungen, Verfolgungen und Bücherverbrennungen betroffenen Werken und ihren Autorinnen und Autoren. Der zweite Abschnitt widmet sich „verfolgten Literaturen“, bezieht die Nazi-Indizierungspraxis ein, umreißt die Nachwirkungen bis in die heutige Zeit und wirft Schlaglichter auf einzelne Werke. Ein dritter Abschnitt beschäftigt sich in unterschiedlichen Annäherungen mit dem „Gedenken“ an die Verbrennungen um den 10. Mai 1933.

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