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André Gide (1869-1951)

Der französische Schriftsteller wurde am 22. November 1869 in Paris geboren und verstarb am 19. Februar 1951 in seiner Geburtstadt. Er genoss eine streng puritanische Erziehung. André Gide war einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit, der das geistige Gesicht des 20. Jahrhunderts mitprägte. Er war ein vielseitiger Künstler und Dichter in allen Literaturformen. Außerdem war er ein bedeutender Kritiker und wurde von gegensätzlichen Geistern wie Montaigne, Pascal, Nietzsche, Shakespeare und Goethe beeinflusst.

Auf seiner Reise nach Algerien und Tunesien 1893/94 machte Gide erste homosexuelle Erfahrungen. 1895 heiratete er Madeleine Rondeaux, seine Cousine, mit der er später auch Afrika und Europa bereiste. 1909 wurde er Mitbegründer der „Nouvelle Revue Francaise“. 1925/26 reist er erneut, diesmal durch Französisch- und Belgisch-Afrika. Vorübergehend wird Gide Kommunist. 1947 wird er für „sein umfassendes, künstlerisch bedeutendes Werk, in dem menschliche Probleme und Verhältnisse mit unerschrockener Wahrheitsliebe und scharfen psychologischem Blick dargestellt werden“[1], Literaturnobelpreisträger. 1952 wurde sein Werk von der katholischen Kirche auf den Index verbotener Bücher gesetzt. Gide war stets zerrissen, erfüllt von Unruhe und inneren Widersprüchen. Er setzte sich zu jeder Zeit für das Recht des Individuums auf Verwirklichung seiner Persönlichkeit ein, deren Freiheit weder durch Konventionen noch Moral, Kirche oder Ehe eingeschränkt werden dürfe. Ab 1889 schrieb er Tagebuch, welches ein wichtiges Zeugnis für das zeitgenössische literarische Frankreich darstellt.

von Anne Machner

 

Wichtige Werke

Romane

Le voyage d’Urien, 1893 (Reise Urians, 1955)
Paludes, 1895 (Die Sümpfe, 1905)
Le Prométhée mal enchaîné, 1899 (Der schlecht gefesselte Prometheus, 1909)
L’immoraliste, 1902 (Der Immoralist, 1925)
La porte étroite, 1909 (Die enge Pforte, 1909)
Les caves du Vatican, 1922 (Die Verliese des Vatikan, 1922)
La symphonie pastorale, 1919 (Die Pastoralsymphonie, 1925)
Les faux-monnayeurs, 1925 (Die Falschmünzer, 1928)
Le journal des faux-monnayeurs, 1926 (Tagebuch der Falschmünzer, 1929)
L’école des femmes, 1929 (Die Schule der Frauen, 1929)
Robert, 1930 (Robert, 1930)
Geneviève, 1935 (Genoveva, 1954)

Dramen

Le roi Candaule, 1901 (Der König Candaules, 1905)
Saül, 1903 (Saul, 1909)
Œdipe, 1931 (Oedipus, 1931)

Dichtung

Les nourritures terrestres, 1897 (Uns nährt die Erde, 1930)

Traktate

Philotète, 1899 (Philoktet, 1904)

Le retour de l’enfant prodigue, 1907 (Die Rückkehr des verlorenen Sohnes, 1914)



[1] http://www.nobelpreis.org/Literatur/gide.htm 01.07.2008