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Karl Kautsky (1954-1938)

Innerhalb der Gruppe der ersten Marxisten zählt Karl Kautsky zu den führenden Theoretikern. Nach einem nicht beendeten Studium der Geschichte, Volkswissenschaft und Jura ist er zusehends von den Ideen des Sozialismus begeistert. 1875 tritt er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs bei.

Sein Verständnis des Marxismus beruht maßgeblich auf der Lektüre des Engels´schen Werkes. Bedeutend für die Internationale Arbeiterbewegung ist die Stellung Kautskys als Chefredakteur der deutschen Zeitschrift „Neue Zeit“, die schnell zum führenden Organ der theoretischen Debatte aufsteigt. Sein eigenes Werk thematisiert immer die marxistischen Ideen und will diese auch gezielt verbreiten. Dabei verliert er jedoch nie den Fokus der Aktualität aus den Augen und versucht tägliche politische Debatten zu analysieren. Mit einer popularisierten Fassung des Kapital erzielt Kautsky 1887 großen Erfolg in ganz Europa. Mit der Jahrhundertwende und den massiven Umbrüchen in der Gesellschaft werden Kautskys Ansichten über die Theorien von Marx und Engels von den radikalen Linken ebenso abgelehnt wie von den Nationalisten. Er ist weitestgehend isoliert in der deutschen Arbeiterbewegung. Nach seiner letzten parteipolitischen Tat in der sozialistischen Partei, der Vereinigung der Mehrheits-SPD mit der USPD 1918, muss er erkennen, dass nun eine neue Generation das Programm der Partei bestimmt. Er geht 1924 nach Wien und gibt damit seine aktive Stellung in der Politik Deutschlands auf.

Als Literat weist Kautsky neben seiner Arbeit für die „Neue Zeit“, die prägend für seine literarischen Fähigkeiten war, ein beeindruckendes Spätwerk auf, das all sein Denken beinhaltet: Sozialisten und Krieg. Ein Beitrag zur Ideengeschichte des Sozialismus von den Hussiten bis zum Völkerbund (Prag 1937). Allein seine aktive Stellung in der sozialistischen Bewegung in Deutschland ist Grund genug für die Nationalsozialisten sein Werk zu verbieten, auch wenn er zu den gemäßigteren Theoretikern gehörte. Sein Werk ist auch aufgrund der Bücherverbrennung heute wenig bekannt.

AutorIn: unbekannt