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Jack London (1876-1916)

Jack Londons zweibändiger autobiographischer Roman Martin Eden erschien 1909 erstmals auf Englisch und 1913 auf Deutsch. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jack Griffith Chaney, so der Geburtsname Londons, schon beträchtlichen Ruhm durch seine Romane Ruf der Wildnis (1903) und Wolfsblut (1906) erlangt.
Als er jedoch seiner Erfolge überdrüssig war, baute er sich einen Langstreckensegler, die „Snark“, und plante, die Welt zu umsegeln. Auf dieser Reise schrieb London das Buch Martin Eden, in dem er seine Frustration über das amerikanische Verlagswesen und den Kampf um künstlerische Anerkennung verarbeitete. Er war einer der ersten amerikanischen Schriftsteller, die mit ihren literarischen Arbeiten ein Vermögen machten und davon leben konnten. 1876 unehelich in San Francisco geboren, lernte London seinen Vater erst spät kennen. Dieser verleugnete seinen Sohn und erklärte, er sei zu gegebenem Zeitpunkt impotent gewesen. Jack London wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf und empfand daher eine tiefe Sympathie für die sogenannten „unteren Schichten“ der Gesellschaft. Seine Ansichten zur Klassengesellschaft in den USA tauchen in vielen seiner späteren Werke wieder auf, u. a. in Martin Eden. 1893 heuerte er auf einem Schoner an und fuhr nach Japan. Gegen Ende der 1890er Jahre begann Londons langer, harter Weg zur Veröffentlichung seiner Werke. Die ersten Publikationen unter seinem Namen brachten ihm 45 Dollar ein, denselben Betrag, den auch Martin Eden für seine ersten Arbeiten erhält.
Schon 1901 trat London in die Socialist Party of America ein und blieb sein Leben lang ein Verfechter ihrer Prinzipien. Er war ein Lebemann und hatte eine Vorliebe für außereheliche Affären. Aus seiner ersten Heirat mit Bess Maddern gingen zwei Kinder hervor, während die zweite Ehe kinderlos blieb. In seiner zweiten Ehefrau, Charmian Kittredge, fand er aber eine Seelenverwandte. Als er 1916 starb, ging das Gerücht um, dass London Selbstmord begangen habe, was neuere Forschungen aber weitgehend widerlegt haben. Er erlag wahrscheinlich einer Harnvergiftung.

von Marlen Böhme