» P (Panzerkreuzer… – Proletarische…)

Upton Sinclair: Petroleum (1927)

Upton Sinclaires "Petroleum", 1927 erschienen im Malik-Verlag
Upton Sinclaires „Petroleum“, 1927 erschienen im Malik-Verlag

Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein kleiner Junge fährt mit seinem Vater durch den Süden der USA. Sie sind auf dem Weg zu potentiellen neuen Ölfeldern, die dem Vater zum Kauf angeboten worden sind. Der Junge begleitet ihn, um das Geschäftsgebaren kennen zu lernen, denn schließlich soll er, wenn die Zeit gekommen ist, in die Fußstapfen seines Vaters treten und das riesige Ölimperium übernehmen. Schon jetzt ist er sich dieser seiner Wichtigkeit bewusst und als kleines Abbild des Vaters bei allen Geschäftsterminen anwesend. Doch es läuft ganz und gar nicht so einfach und problemlos, wie er und vor allem sein Vater sich diese besondere Form des Erbrechts vorgestellt haben.
Upton Sinclairs Roman Petroleum von 1927 erzählt die Geschichte des Ölmagnatensohnes J. Arnold Ross Junior, genannt Bunny, der das Geschäft des Öls beherrschen soll und nebenbei versucht, ein Leben zu führen, das er mit seinen Überzeugungen in Einklang bringen kann. Während sein Vater sich dem Geld und dessen Beschaffung verschrieben hat, gerät Bunny in die Wirren der Streikbewegung auf den Ölfeldern und versucht sich sowohl der kommunistischen, als auch der sozialistischen Arbeiterbewegung anzunähern. Er trifft auf zwei Mädchen, Ruth und Rachel, die aus kontrastierenden politischen Lagern kommen und in seinem Leben eine besondere Rolle einnehmen. Am Ende des Romans entscheidet sich Bunny für Rachel und somit auch für eine der beiden politischen Ausrichtungen – den Kommunismus.
Doch ihn plagen Zweifel, ob er tatsächlich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Petroleum reiht sich in die Liste Sinclairs sozialkritischer Romane ein, aufgrund derer er zu den so genannten „Muckrakern“ zählte – Journalisten und Schriftsteller, die politische und soziale Missstände aufdeckten und anprangerten. Er selbst war jahrelang aktives Mitglied der Socialist Party of America und hielt Zeit seines Lebens an deren Idealen fest. Als Kind erfuhr er die Kluft zwischen arm und reich am eigenen Leib, lebte er doch zeitweise bei seinen wohlhabenden Grosseltern in New York und dann wieder im Haus seines alkoholkranken Vaters und seiner verarmten Mutter. Wohl auch deshalb konnte Sinclair die sozialen Zustände der amerikanischen Gesellschaft so treffend beschreiben und damit die öffentliche Meinung beeinflussen wie kein anderer Realist seiner Zeit.

 

AutorIn: unbekannt